Sei dir des Glücksspiels bewusst – spiele verantwortungsvoll
Spielsucht ist im Glücksspiel allgegenwärtig, und die einfache Verfügbarkeit von Online-Casinos erhöht das Risiko für pathologisches Glücksspiel. In vielen Fällen entwickelt sich eine Spielsucht schleichend, und die ersten Anzeichen bleiben oft unbemerkt. Betroffene geraten häufig in finanzielle Schwierigkeiten und machen Schulden, um ihre Sucht weiter zu finanzieren. Wie alle Süchte kann auch die Spielsucht mit professioneller Unterstützung und Psychotherapie behandelt werden.
Spielsucht – ein ernstes Problem. Aber du bist nicht allein. Erklärung – Pathologisches Spielen
Der Begriff „pathologisches Spielen“ beschreibt eine psychische Störung, die durch die Unfähigkeit gekennzeichnet ist, dem Glücksspiel zu widerstehen. Es wird als Impulskontroll- und Abhängigkeitserkrankung eingestuft.
Ursachen
Spielsucht wird in der Regel durch mehrere Faktoren verursacht und entwickelt sich schrittweise. Es wird angenommen, dass genetische, biologische und psychosoziale Faktoren zur Entwicklung von Spielsucht beitragen.
Genetische Faktoren: Studien zeigen, dass Kinder, die mit einem spielsüchtigen Elternteil aufwachsen, ein 20-prozentiges Risiko haben, selbst spielsüchtig zu werden. Auch wenn Gene nicht die alleinige Ursache sind, tragen sie zur Entwicklung der Spielsucht bei.
Biologische Faktoren: Ähnlich wie beim Essen oder Trinken wird beim Spielen Dopamin freigesetzt, ein Neurotransmitter, der auch als „Glückshormon“ bekannt ist. Durch regelmäßiges Spielen lässt die Wirkung von Dopamin nach. Um dasselbe Hochgefühl zu erleben, spielen Betroffene länger oder setzen größere Beträge.
Psychosoziale Faktoren: Menschen, die unter Spielsucht leiden, haben oft aufgrund negativer Erfahrungen ein geringes Selbstwertgefühl. Das Glücksspiel dient ihnen als Flucht aus der Realität. Gewinne erzeugen die Illusion, das Spiel zu kontrollieren, wodurch sie trotz Verlusten weiterspielen.
Zusätzlich spielt das Suchtpotenzial der Spiele selbst eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung von Spielsucht. Online-Casinos machen Spiele rund um die Uhr zugänglich, ohne Einschränkungen. Zahlungsmethoden wie Kreditkarten und E-Wallets erschweren die Kostenkontrolle, wodurch das Risiko steigt, die eigenen Grenzen zu überschreiten.
Auswirkungen (Kriminalität, finanzielle Probleme, persönliche Schwierigkeiten)
Spielsucht beeinflusst alle Bereiche des Lebens einer Person. Da oft hohe Geldbeträge verspielt werden, führt sie zu finanziellen Schwierigkeiten mit weitreichenden Konsequenzen. Betroffene haben Schwierigkeiten, finanzielle Verpflichtungen wie Miete oder Rechnungen zu erfüllen. Um weiterspielen zu können, leihen sie sich Geld bei Freunden oder der Familie oder nehmen Kredite auf. Da sie diese Beträge nicht zurückzahlen können, steigt der finanzielle Druck, was zu kriminellem Verhalten führen kann. Der Spielzwang ist so stark, dass einige auf Betrug, Diebstahl oder Unterschlagung zurückgreifen, um an Geld zu kommen.
Neben finanziellen Problemen wirkt sich pathologisches Spielen auch auf die psychische Gesundheit aus. Spielsüchtige befinden sich oft in einem inneren Konflikt zwischen Schuldgefühlen und einem starken Drang, weiterzuspielen. Obwohl sie erkennen, dass ihr Verhalten außer Kontrolle geraten ist, schaffen sie es nicht aufzuhören. Um den Druck zu lindern, greifen sie möglicherweise zu Alkohol, Drogen oder Medikamenten, wodurch das Risiko für weitere Süchte steigt.
Wie häufig verfallen Menschen der Spielsucht?
Laut einer Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) weisen etwa 1 Prozent der 16- bis 70-Jährigen in Deutschland ein problematisches Spielverhalten auf. Davon zeigen 0,39 Prozent auffälliges Spielverhalten, während 0,34 Prozent als pathologische Spieler gelten.
Phasen der Spielsucht (Anfangsphase, Verlustphase, Verzweiflungsphase)
Spielsucht entwickelt sich typischerweise schrittweise, wobei frühe Anzeichen oft übersehen werden. Der Verlauf folgt meist drei Phasen:
Gewinnphase: In dieser Anfangsphase ist das Spielen noch kontrolliert und die Einsätze sind gering. Erfolg steigert das Selbstwertgefühl und weckt die Hoffnung auf einen großen Gewinn. Spieler entwickeln Strategien, um ihr Ziel zu erreichen, und erhöhen die Häufigkeit und den finanziellen Einsatz beim Spielen.
Verlustphase: Mit zunehmendem Spielen reicht das monatliche Einkommen nicht mehr aus, um die Spielausgaben zu decken. Geld wird bei Freunden oder der Familie geliehen oder Kredite aufgenommen. Der Wert des Geldes schwindet, und es wird nur noch als Mittel zum Weiterspielen betrachtet.
Verzweiflungsphase: In der dritten Phase verlieren Spieler jede Kontrolle und das Glücksspiel wird zum Lebensmittelpunkt. Gewinne bereiten keine Freude mehr, und das Spielen fühlt sich zunehmend unbefriedigend an. Die Verzweiflung kann sie dazu treiben, Straftaten zu begehen, um an Geld zu gelangen, was zu Persönlichkeitsveränderungen wie erhöhter Aggression, Gleichgültigkeit und sozialem Rückzug führt.
Spielsucht in Zahlen – Wie viele Menschen sind betroffen?
Laut BZgA zeigen über 400.000 Menschen in Deutschland ein unkontrolliertes Spielverhalten, wobei rund 200.000 unter pathologischem Spielen leiden. Männer zeigen häufiger problematisches Spielverhalten als Frauen.
Erkennen der Spielsucht (Typische Anzeichen)
Im Gegensatz zu substanzbedingten Süchten wie Alkohol- oder Drogensucht verläuft die Spielsucht oft im Verborgenen, was es Familienmitgliedern erschwert, sie zu erkennen. Anzeichen für eine Spielsucht sind:
Maßnahmen von Kryptocasinos zur Bekämpfung der Spielsucht
Seriöse Casinos erkennen ihre Verantwortung als Glücksspielanbieter an und ergreifen Maßnahmen gegen Spielsucht, indem sie verschiedene Einschränkungsoptionen anbieten und Spielern helfen, problematisches Verhalten zu erkennen.
Selbstausschluss in Online-Casinos: Die meisten Online-Casinos bieten die Möglichkeit des Selbstausschlusses an. Spieler können entweder selbst über ihr Konto eine Selbstausschlussoption aktivieren oder diese über den Kundenservice beantragen.
Automatische Erkennung von problematischem Verhalten: Viele Online-Casinos nutzen inzwischen spezialisierte Software, um das Verhalten der Spieler zu analysieren und frühzeitig auf problematisches Spielverhalten hinzuweisen, um vorbeugende Maßnahmen zu fördern.
Limits: Eine weitere Maßnahme zur Bekämpfung der Spielsucht besteht darin, tägliche, wöchentliche oder monatliche Einzahlungslimits festzulegen, sowie Verlustlimits in einigen Online-Casinos.
Kann Spielsucht verhindert werden?
Grundsätzlich kann Spielsucht verhindert werden. Oftmals werden jedoch frühe Anzeichen zu spät erkannt, sodass sich das Problem weiterentwickeln kann, bevor eingegriffen wird. Spieler sollten die folgenden Richtlinien beachten:
- Die eigenen Ausgaben verfolgen und nicht mehr setzen, als verfügbar ist.
- Nur bekannte Spiele spielen.
- Persönliche Grenzen bei Einsätzen und Verlusten setzen.
- Regelmäßige Pausen einlegen, um den Überblick zu behalten.
Anlaufstellen und Kontakte
Wenn ein Spieler bemerkt, dass sein Spielverhalten außer Kontrolle gerät, oder wenn Familienmitglieder ein Problem feststellen, ist es ratsam, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Verschiedene Beratungsstellen und Organisationen stehen Betroffenen zur Verfügung.
Hilfreiche Links:
Quellen:
https://www.limes-schlosskliniken.de/blog/spielsucht/
https://www.netdoktor.de/krankheiten/spielsucht/
https://www.beratung.help/a/verlauf-spielsucht
https://de.wikipedia.org/wiki/Pathologisches_Spielen